Little Corn Island – Apoyo Lagoon, 4.1.

Am Abend vor unserer Abreise vor dem Zubettgehen entdecken wir drei kleine Rattenbabys (4 – 5 cm lang), die aus dem Schilfdach auf unser Moskitonetz gefallen sind. In einem Glas befördere ich sie in den Garten – einer ungewissen Zukunft entgegen. Möglicherweise werden sie das Frühstück der Boa Construktor, die hier auch lebt. Aus Angst vor ihr verbringen die Hühner ihre Nächte auf den Bäumen. Von dort fallen die Eier in den Sand.

Um 4:30 Uhr stehen wir auf und packen. Kein weiterer Rattennachwuchs auf dem Moskitonetz! Heute reisen wir leider ab. Das Boot geht um 6 Uhr dreißig Uhr, um 5:30 Uhr marschieren wir im noch Dunkeln durch den Dschungel zum Hafen. Vorher kochen wir uns noch ein letztes Mal Kaffee auf der Feuerstelle.

Wir haben Glück und das Boot legt tatsächlich um 6:30 Uhr ab. Vorgestern fuhr es erst um 10 Uhr wegen der zu rauen See ab. Das Auswärtige Amt warnt vor dieser Überfahrt, da keine Sicherheitsstandards eingehalten werden – immerhin muss man Namen und Passnummer angeben – und vor einiger Zeit ist ein Boot gekentert und 16 Passagiere ertrunken. Aber heute ist die See vergleichsweise ruhig und wir kommen trocken in Big Corn Island an.

Wir haben die 15:45 Uhr Maschine gebucht, aber versuchen mit der 8:30 Maschine mitzukommen; da diese voll ist, verbringen wir den Tag am Strand von Big Corn Island.

Mit einer Stunde Verspätung hebt die Maschine ab und in einer steilen Linkskurve geht es Richtung Managua. Um 18 Uhr kommen wir dort an.

Eigentlich wollten wir uns (wieder) ein Leihauto nehmen, um zur Apoyo Lagoon und zu fahren und die kommenden Tage dort Masaya die umliegenden Vulkane Granada und die kleinen Inseln im Nicaragua See zu sehen und ebenso die berühmten weißen Dörfer, die auf dem Kraterrand der Lagune liegen.

Laguna der Apoyo liegt 30 km südlich von Managua und ist eine Lagune im Krater des erloschenen Vulkans Apoyo. Vor 23.000 Jahren explodierte eine Magmablase mit einem Durchmesser von 6,6 Kilometern. Die Vertiefung füllte sich mit Wasser. Durch heiße Quellen ist die Wassertemperatur konstant 28 Grad.

Schon im April hatten wir ein Zimmer in der Apoyo Lodge direkt am See gebucht. Es ist ein Yoga Retreat mit ausschließlich veganer Kost. Yoga-Class um 7 Uhr auf einer Holzplattform über dem See und Frühstück ist inbegriffen.

Wir entscheiden uns aber spontan um und fahren mit dem Taxi zur Apoyo Lagoon. Vor dem Flughafen treffen wir auf den sehr liebenswürdigen Taxifahrer Napoleon, mit dem wir zuerst den Preis verhandeln; von 80 auf schliesslich 35 Dollar. Flott und routiniert geht die Fahrt eine gute Stunde zur Lagune. Bis zum Apoyo Resort ist die Strasse gut, geht dann noch 4 Kilometer auf extremer Buckelpiste weiter am Ufer entlang. Nach zwei Kilometern sitzt das Taxi auf und Napoleon gibt aus Angst um sein neues Auto auf. Wir rufen in der Lodge an und Manuel holt uns mit seinem geländetauglichen 4-Wheel-Drive ab. Ich helfe Napoleon noch sein Auto zu wenden. Um 8 Uhr kommen wir wohlbehalten, aber etwas geschafft in der Lodge an. Ich nehme noch ein nächtliches Bad im mondbeschienenen See und danach noch ein „Tona“ (nicaraguanisches Bier). Die Ruhe hier am Ende der Welt ist beruhigend; keine Musik, nur das leise Auflaufen der Wellen.

Unser Zimmer
Die Yogaplattform mit Blick auf die Lagune.
Von 7 bis 8 Uhr nehmen wir unter Anleitung von Miriam mit drei Amerikanerinnen an unserer ersten Yogastunde teil.

Autor: Utz Benkel

früher Hausbesetzer, Anarchist und Gotteslästerer heute Grafiker, Künstler, Verleger und Autor. Geboren am 6.3. 1959 in München, aufgewachsen im idyllischen Leutstetten bei Starnberg (bis 1965) und Seefeld am Pilsensee (1965-1977)

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