1. Tag Apoyo Lagoon, 5.1.

Nach einem Bad im See um 6 Uhr und der eineinhalbstündigen Yogasession gab es ein wohlschmeckendes und nahrhaftes veganes Frühstück. Den Vormittag verbrachten wir in dieser wunderbar gelegenen Anlage am See, der seit ein paar Jahren ein Naturreservat ist. Vor zehn Jahren baute diese ein Kanadier und die Spanierin Miriam kaufte sie vor zwei Jahren mit einer Freundin; seitdem betreibt sie diese (www.apoyolodge.com) mit ihrem Mann, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin Magdalena, die auch für das leibliche (Küche) und körperliche Wohl (Massagen, Pediküre, Maniküre etc.) der Gäste sorgt. 8 Zimmer hat das Haus – im Moment sind wir sieben Gäste; mit uns wohnen noch drei Amerikanerinnen hier und ein Päarchen aus San Francisco: Ben, der Schokoladen herstellt (www.goodchocolate.com) und seine israelische Frau Noa, die Musikerin ist (www.noalevylive.com – und auch öfter in Berlin auftritt), die in Nicaragua ihre Flitterwochen verbringen.

Küche

Gemeinschafts- und Essensraum

Nach dem Lunch mit Schokoladentorte als Nachtisch machen wir mit den drei Amerikanerinnen einen Ausflug zur nahegelegenen Stadt Masaya zum 635 Meter hohen Volcan Masaya. In Masaya besuchen wir zuerst den Kunsthandwerksmarkt und dann den Mercado municipale, der authentischer, lebendiger und vielfältiger ist. Hier kaufe ich eine schöne Hängematte und noch allerlei andere Mitbringsel.

Käseverkäufer – eine Art Feta, sehr gut und beliebt in Nicaragua. Er ist überall erhältlich- auf Little Corn hatten wir uns ein grosser Stück davon gekauft; über Nacht ist es verschwunden – vermutlich das Nachtmahl einer hungrigen Ratte oder eines der Hühner hat es stibitzt.

Danach ging die Fahrt weiter zur Festung Coyotepe, die 1883 auf einem 2 Kilometer nördlich von Mayasa gelegenen Hügel errichtet wurde.

Auf der Fortaleza Coyotepe

Am späten Nachmittag fahren wir weiter zum Parque Nacional Volcan Masaya, der zu den aktivsten Vulkane des amerikanischen Kontinents zählt. Im 20. Jahrhundert ist der häufig ausgebrochen; der letzte Ausbruch datiert aus dem Jahr 2012. Zuerst besichtigen wir das Museum und dann geht es hinauf zum Kraterrand zur „Plaza de Oviedo“. Von einem Felsvorsprung kann man direkt in den schroffen, 260 Meter senkrecht abfallenden Schlund des Vulkans blicken. Tief unten brodelt ständig die rotglühende Lava. Noch nie habe ich das gesehen – ein faszinierender Anblick. Aus dem Kraterschlund wabern dicke Schwefelschwaden nach oben. Hinter ihnen und dem Vulkangipfel versinkt die Sonne im Pazifik und taucht den Nachthimmel in oranges Licht. Grüne Sittiche kehren zu ihren Nestern an der Kraterwand zurück – ein unglaubliches Naturschauspiel.

Um 7 Uhr kehren wir wieder zurück und Magda wartet bereits mit dem Drei-Gänge- Dinner auf uns, das wir in angenehmer und lustiger Runde verbringen.

Autor: Utz Benkel

früher Hausbesetzer, Anarchist und Gotteslästerer heute Grafiker, Künstler, Verleger und Autor. Geboren am 6.3. 1959 in München, aufgewachsen im idyllischen Leutstetten bei Starnberg (bis 1965) und Seefeld am Pilsensee (1965-1977)

3 Kommentare zu „1. Tag Apoyo Lagoon, 5.1.“

  1. Da werden Erinnerungen wach. In Masaya waren wir damals auch oft. Na, und in den Krater hat der Somoza damals seine Widersacher gestoßen, dh. stoßen lassen, auf Nimmerwiedersehen.

    P.S. Sind denn die Unruhen von vor ein paar Monaten vorbei?

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    1. Die Unruhen sind vorbei. Die Bevölkerung hofft auf vorgezogene Neuwahlen, aber Ortega signalisiert bisher noch keine Bereitschaft; so wartet man auf die Wahlen im Jahr 2022. Und hofft auf ein Wunder, dass diesem relativ isolierten und wirtschaftlich daniederliegenden Land eine positive Entwicklung bringt. Aber zurzeit gibt es keine Anzeichen dafür.

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