Aktuelles

In Hoffnung auf dem Weg zur Sonne – im Bergischen Land am 6.11.2019
Schloß Burg über der Wupper im Bergischen Land am 6.11.2019
Am Dhünntalsprerre im Bergischen Land am 6.11.2019
31. Oktober 2019 in Hintersee und am Großen Mützelburger See

Am 5. Oktober fand im TREFF International die Kalenderpräsentation des Musiker-Kalenders 2020 statt. Es kamen viele interessierte Gäste, die bei Zwiebelkuchen und Federweißem von „Der Blanke Schrott“ (Klaus Flinte und Friedemann Krispin) musikalisch aufs Beste unterhalten wurden. Die anwesenden beteiligten Künstler Roswitha Geisler, Norbert Salzwedel, Susanne Haun, Anne Oemig, Oliver Pfützenreuter und Utz Benkel stellten ihre Arbeiten für den Kalender vor.

Der Blanke Schrott – Klaus Flinte und Friedemann Krispin Foto: Dr. W. Reich
Foto: Dr. W. Reich
Am 3. Oktober 2019 in Potsdam – Belvedere auf dem Pfingstberg, Alexandrowka und das Holländer Viertel
Radtour in der Umgebung von Greifswald am 22. September 2019: Insel Koos, Strand von Eldena, Holländerbrücke im Fischerdorf Wieck und Klosterruine von Eldena

Jubiläumsfeier 20 Jahre
Hilfe für Betrawati / HTC Help The Children e.V.

Die Jubiläumsfeier 20 Jahre Hilfe für Betrawati fand am Samstag bei herrlichem Wetter in dem kleinen Dorf Oberfrohnstetten statt. Viele Pateneltern kamen und feierten in fröhlicher Atmosphäre dieses Jubiläum. Es gab eine Tombola, ein Quiz – beides mit schönen Preisen, Musik und ein Kinderprogrammm. Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Programm:
Samstag, 14. September, Beginn: 14 Uhr
Begrüßung: um 15 Uhr durch die 1. Vorsitzende Tina Heigl, anschließend Ansprachen von dem früheren Schatzmeister Peter Jacobi und dem Vereinsgründer Utz Benkel.
Aktionen: Infotafeln, Gewinnspiel/ Tombola, Kinderbasteln, Bemalung der Hände mit Henna- und Tattoostiften, Möglichkeit zum Anprobieren eines Saris, Briefeschreiben an das eigene Patenkind, Verkauf von Artikeln aus Nepal, der Erlös kommt unseren Projekten in Nepal zugute.
Lifeschaltung zu unserem Koordinator Bharat Rana Krishna nach Kathmandu!
Speis und Trank: Bewirtung mit deftigen Speisen nach kleiner Karte (Brotzeiten, Salate, warme Speisen) und Getränken durch das Team des Oberfronstettener Stadls
Kuchenverkauf vom Verein, der Erlös kommt unseren Projekten in Nepal
zugute.
Musik: musikalische Untermalung durch Slavik Christian
Wir freuen uns auf Sie! Bitte bringen Sie gerne Familie und Freunde mit, es ist jeder herzlich eingeladen, der Interesse an uns und unseren Projekten in Nepal hat!

Im Oberfronstettener Stadl ( sowohl Aufenthalt im Stadl als auch im Biergarten mit wunderbarer Aussicht möglich) in Oberfronstetten 1b, 94491 Hengersberg

Heute morgen, 6. August, in Hintersee: Zwei Kamele haben in Hintersee Asyl beantragt UND erhalten!

Flohmarkt in Hintersee am 3. August 2019

Love is in the air

Das Ewig Weibliche zieht uns hinan…

Ein wunderschönes Wochenende Ende Juni in Berlin. Paddeln auf und Baden im Langen See bei Schmetterlingshorst und am Samstagabend das Beth-Hart-Konzert. Ich danke dir.

Besuch aus Nepal: Caesar (Bharats Sohn – https://www.htc-nepal.de/) und seine Frau Gayatri besuchen zwei Wochen Deutschland und probierten heute ihre erste Currywurst in Berlin, die ihnen schmeckte.

Namaste – Welcome to Berlin

Kunst : Offen 2019
Zum 4. Kunst : Offen in die Künstlerscheune Hintersee kamen diesmal 162 Besucher. An der historischen Druckpresse Nürnberger „Korrex“ habe ich gezeigt wie man einen Linolschnitt (diesmal ein Porträt von Pegi Young und ein Linolschnitt zum Thema „Flüchtlinge“) druckt. Außerdem habe ich den interessierten Besuchern die Ausstellung „PROträts“ gezeigt. 

Klaus Flinte sorgte für die musikalische Umrahmung
Installation „Milchstraße Rieth – Hintersee“ von Micha Paraszcuk aus dem Allgäu in Hintersee

Herzlich willkommen zu KUNST : Offen 2019 in Hintersee

In diesem Jahr beteilige ich mich an Pfingsten vom 8. – 10. Juni 2019 (jeweils 10 bis 18 Uhr) zum vierten Mal bei KUNST : Offen. An der historischen Druckpresse „Nürnberger Korrex“ zeige wie man einen Linolschnitt (diesmal ein Porträt von Pegi Young, der Ex-Frau von Neil Young, für den Musikerkalender 2020) druckt. Außerdem ist die Ausstellung „PROträts“ zu sehen. Dazu gibt es Birnenbrot, Kuchen und Kaffee, Fichtenspitzensaft, Fliedersaft und bayrischen Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen. Ich freue mich auf Ihr Kommen!

Dorfstraße 26, 17375 Hintersee.
Beste Grüße

Utz Benkel

Untenstehend die Titelseite des Flyers für Kunst : Offen 2019. Das Foto ist von Jens Isemann, Eggesin

Sonntags-Entdeckung 19. Mai 2019

1. Galenbeck und der Generalfeldmarschall Blücher
Weiter ging die Fahrt durch hügelige Landschaft (Brohmer Berge, 153 M. ü.NN), blühende Rapsfelder zum Galenbecker See und dem gleichnamigen Dörfchen.
Galenbeck hat mehrere Besonderheiten. Zuerst den 6 km2 großen unter Naturschutz stehenden Galenbecker See. Dann die Tanzlinde: Das ist ein einige Meter über dem Boden gebauter hölzerner Tanzboden.
Der schiefe (Burg-)Turm von Galenbeck ist schiefer als der Schiefe Turm von Pisa. Ich hatte Angst, das er jeden Moment umkippt. Die Burg, von der nur noch Überreste zu sehen sind, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Neben den Resten der zerstörten Burg errichtete die Familie Riepen im Jahr 1712 das Herrenhaus als Fachwerksbau, der gerade wieder renoviert wird. Gebhard Leberecht von Blücher (1742 – 1819) trat als 15jähriger einem schwedischen Husarenregiment bei und kämpfte im Siebenjährigen Krieg gegen die Preussen. Im August 1760 geriet er nach einem Gefecht mit preußischen Husaren in Gefangenschaft. Im Galenbecker Gutshaus wurde er gefangen gehalten und unterschrieb dort seine Übertrittsurkunde zur Preußischen Armee.
In dieser machte der „Marschall Vorwärts“ eine steile Kariere. In der Völkerschlacht von Leipzig 1813 befehligte er die Preussischen Truppen, die mit ihren Verbündeten Russland, Österreich und Schweden Napoleon zum Rückzug zwangen und zwei Jahre später, schlug er – trotz Verletzung – mit den Verbündeten Armeen Napoleon in Waterloo.

Sonntags-Entdeckung 19. Mai 2019
2. Schloß Rattay

Im Osten des Landkreises Mecklenburger Seenplatte (60 km westlich von Hintersee) liegt das kleine Dörfchen Rattay mit dem gleichnamigen Schloß in den Rattayer Bergen. Hans-Christoph von Oertzen ließ das Herrenhaus von 1802 bis 1806 erbauen. Er und seine Frau errichteten Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Waisen- und Erziehungshaus in Mecklenburg, das sogenannte „Rettungshaus Bethanien“, von dem im weitläufigen, verwilderten Park sind nur noch die Grundmauern zu sehen sind. Herrlich in diesem Park zu spazieren. Diese einsame Schöne (Skulptur) habe ich dort entdeckt. In Rattay wird auch Wein angebaut. Auf 4,75 h auf 12 Weinbergen. Im Hofladen verkauft der Winzer Henry, der 1998 nach den Restaurierung des Herrenhauses hier als Nachtwächter zu arbeiten begann, dann Hausmeister und seit 2004 der Winzer des Schlosses ist, den schloßeigenen Wein. Zwei Flaschen davon habe ich erstanden. Rattay hat auch eine eigene Weinkönigin.
Der Zander mit Tagliatelle im Schloßrestaurant mit Blick auf den Schloßteich und den Park mundete vorzüglich.

Impressionen vom Jahreskongress der Deutschen Exlibris-Gesellschaft e.V. in Wetzlar vom 9. – 12. Mai 2019

Connemara der Wilde Westen Irlands – März 2019

Ich glaube es geht den meisten Irlandreisenden so: Wer einmal auf der grünen Insel war, der kommt immer wieder. Ich bin da keine Ausnahme. 2006 war ich das erste Mal in Irland; eine Woche in Connemara. 2007 und 2008 im Südwesten (Beara Pensinsula, Ring of Kerry und Dingle Island) und seit 2009 jedes Jahr im Fischerdorf Roundstone in Connemara, dessen rauem Charme und Zauber ich vom ersten Moment an erlegen war. So zieht es mich immer wieder hierher.

Blick vom Errisbeg, dem „Hausberg“ Roundstones auf die Gurteen Bay

Auch in diesem Jahr war ich eine Woche, die erste Märzwoche in Roundstone. Im März war ich noch nie auf der Insel und wurde von winterlichem Wetter empfangen. Auf der 4 stündigen Fahrt (mit dem Leihauto) von Dublin nach Westen schneite es heftig – für Irland sehr ungewöhnlich – aber kurz vor Roundstone kam die Sonne durch und den Regenbogen über Inish Ne empfand ich als schönen Willkommensgruß.

Seit vier Jahren wohne ich immer im St. Josephs Bed & Bedfast (http://stjosephsroundstone.com/) bei Christina, so auch diesmal.

Blick auf den Hafen von Roundstone und die Twelve Bens, die höchsten Berge Connemaras

Nach dem üppigen und auch deftigen Irish Breakfast bei Christina: Spiegel- oder Rührei, Baked Ham, Würstchen, Tomate, Black an White Pudding (gebratene Blut- und Leberwurst), Müsli, Fruchsalat, Scones und Früchtebrot, Kaffee und Orangensaft – man ist dann so satt, dass man bis zum Nachmittag nichts mehr braucht, bin ich zu einer Wanderung auf den Errisbeg dem 300 Meter hohen Hausberg Roundstone aufgebrochen. Das ist traditionell immer meine erste Unternehmung – wenn ich auf seinem windumtosten Gipfel stehe, bin ich angekommen…

Blick vom Errisbeg auf die Halbinsel Gurteen Bay (links) und Dog’s Bay (rechts)

Wandern in den irischen Bergen ist anstrengend. Es gibt keinerlei Pfade geschweige denn Wege, man muß sich seinen Weg suchen und finden. Das Grasland ist extrem naß und man springt von Stein, Fels, Grasbüschel zum nächsten, um nicht im Matsch zu landen. Trotzdem passiert das natürlich immer wieder mal und am Schluß sind die Wanderschuh so naß, dass ich sie über Nacht vor dem Kaminfeuer bei Christina trockne. Nach einer guten Stunde komme ich auf dem 300 Meter hohen Gipfel an und bin jedes mal aufs neue von der Aussicht auf das Meer, die in der Sonne glitzernden Insel und Halbinseln, Buchten und die vielen Seen im Hinterland und dem Blick auf die Twelve Bens berührt. Was mich an Irland so fasziniert ist vieles: Die Luft, so gehaltvoll, dass man gerne reinbeißen möchte, das Licht – da es zehnmal am Tag regnet und zehn mal am Tage die Sonne scheint ist alles, jeder Grashalm, jeder Stein von Wasser überzogen und so leuchtet alles in diesem besonderen irischen Licht. Aber es ist auch die Ruhe, die Einsamkeit – in all den Jahren bin ich auf meinen Wanderungen in den Bergen nur wenigen Menschen begegnet. Es ist die Weite, die karge, raue Landschaft, die trotzdem einen solch besonderen Charme besitzt, der nur schwer zu erklären ist. Aber auch die humorvollen, gastfreundlichen und offenen Menschen, das wunderbare Essen, die Pubs, die Musik, das Millionaires Shortbread zum Kaffee, Fudges und vieles mehr

Der Abstieg geht zur Gurteen Bay hinab und auf der schmalen Landstraße zurück nach Roundstone.

Blick von Roundstone zum Chashel Hill

Vor der Saison hat in Roundstone nur das Pub-Restaurant O‘ Dowds offen. In diesem bin ich mit Jennifer aus Seattle, die auch bei Christina wohnt zum Dinner verabredet. Es ist ein schöner und kurzweiliger Abend mit einem guten Gespräch und wir beschließen, den nächsten Tag auf den in der Galway Bay liegenden Aran Islands bzw. auf deren Hauptinsel Inis Mór zu verbringen.

Die Insel ist bekannt als Hort der irischen Sprache und Kultur sowie für ihren Reichtum an vor- und frühchristlichen Stätten. Nach dem Frühstück geht es um 9 Uhr zum Hafen Ros an Mhíl. Auf der Fahrt dorthin touchiert Jennifer bei einem Ausweichmanöver die linke Vorderseite ihres Leihautos. Ein kleiner Schock, sie läßt sich aber ihre gute Laune und Vorfreude auf den Inseltag dadurch nicht verdrießen. Um 10.30 legt die Fähre ab nach Inis Mór. Mit dem Fahrrad erkunden wir die 14 Kilomter lange und 3 Kilometer breite Insel. Unser erstes Ziel ist das Dún Aonghasa, das berühmteste aller Duns oder Steinforts in Irland.

Das Dún Aonghasa
The Seven Churches

Atemberaubend 100 Meter hoch über den senkrecht abfallenden Klippen gebaut vor 3000 Jahren erbaut. In der Nähe liegen die sehenswerten “Sieben Kirchen” – je nach Zeit können noch die beiden Steinforts Dún Dúchathair (deutsch: das schwarze Fort), ein Promontory Fort mit einer so genannten Reitersperre und das Dún Eochla, ein Steinfort, dessen Errichtungsdatum der verhältnismäßig kompletten runden Befestigung unbekannt ist, aber das Dún stammt wahrscheinlich aus der späten Eisenzeit oder dem frühen Mittelalter (550–800 n. Chr.) besichtigt werden.

Dún Eochla, im Vordergrund ein Dolmen
Das schwarze Fort auf den Klippen

Bekannt is Inis Mor auch für seine Strickwaren aus Schafswolle. Bevor die Fähre um 17 Uhr zurückfährt bleibt noch Zeit für einen Tee und einen Scone mit Marmelade. Zurück auf dem Festland verabschieden wir uns. Jennifer fährt weiter nach Burren, wo sie an einem Schreibworkshop teilnimmt.

Am nächsten Tag ist mein 60. Geburtstag und ich beschließe nach dem Frühstück – von Christina bekomme ich ein Fläschchen Jameson geschenkt – eine Geburtstagswallfahrt auf den Croagh Patrick, den heiligen Berg Irlands in der Grafschaft Mayo zu machen.

Geburtstagsfrühstück mit Pancakes

1 1/2 Stunden geht es Richtung Norden zur Clew Bay bei Westport, dort thront der 764 Meter hohe Heilige Berg. Seit Hunderten von Jahren ist der Croagh Patrick zu Ehren des heiligen Patrick eine Wallfahrtsstätte. Im Jahr 441 stieg der Patron Irlands auf diesen Berg, fastete dort 40 Tage lang und erbaute eine Kapelle. Der Legende nach warf er an einer Seite des Berges eine Glocke hinab und vertrieb damit alle Schlangen von der irischen Insel. Der Ort, wo die Glocke angeblich landete, ist ein U-förmiges Tal. Es entstand während der Eiszeit und mündet in die Clew Bay.

Aufsteig
Die Clew Bay
Damen-Toilette auf halben Wege


Drei mal war ich bisher auf dem Croagh Patrick und hatte immer Glück mit dem Wetter. Auch dies mal regnet es nicht, aber der Gipfel ist wolkenverhangen und schneebedeckt. Mich störts nicht. Der Aufstieg ist steil und steinig. In knapp 2 Stunden bin ich oben, schweiß gebadet und etwas außer Puste. Auf dem flachen Gipfel hat man bei gutem Wetter einen wunderbare Aussicht auf die vielen kleinen Inseln der Clew Bay. Im Westen sieht man Clare Island, Geburtsort der berühmten Piratin Grace O’ Malley (https://de.wikipedia.org/wiki/Grace_O%E2%80%99Malley) und im Norden die Halbinsel Achill Island, auf der Heinrich Böll lebte und 1957 sein “Irisches Tagebuch” schrieb.

Bei schönen Wetter sind auf dem Gipfelplateau oft ein Dutzend Wallfahrer/Wanderer, heute treffe ich nur einen Wandersmann- einen jungen Sauerländer. Auf dem Rückfahrt kehre ich in Clifton, der Hauptstadt Connemaras in einem Cafe ein und lasse mir ein Millionaires Shortbread (das ist die Luxusvariante des einfachen Shortbread mit Karamel und Schokoladenschicht) zu einem Kaffee schmecken. Sehr fein!

Tag vier: Das Wetter ist wieder schön und ich beschließe die Gunst der Stunde zu nutzen und einen oder zwei der Twelve Bens (irisch Na Beanna Beola) zu besteigen. Sechs von ihnen habe ich in den vergangenen Jahren bestiegen und heute möchte ich den höchsten, den Benbaun (729 Meter) erklimmen.

Blick auf die Twelve Bens

Die Fahrt geht vorbei an diesem malerischen See mit einem schönen Blick auf einige der Twelve Bens, die in Hufeisenform aneinander gereiht sind am Lough Inagh vorbei zum Kylemore River. Von der Hauptstraße führt eine schmale Stichstraße ins Tal. Beim letzten Wohnhaus parke ich und wandere zwei Kilometer eine Schotterstraße weiter ins Tal hinein. An einer Furt muß ich barfuß den Fluß durchqueren, dann kommen zwei Bauernhäuser und hier hört der Weg auf. Nun gehts den grasbewachsenen Hang des Knockpasheemore steil hinauf bis zu einem Sattel, an dem ich mich rechts halte und jetzt in steiniges und felsiges Gelände gelange. Nach zwei Stunden stehe ich auf dem Gipfel des Benbaun.

Aufstieg und Blick ins Tal des Kylemore Rivers
Auf dem Gipfel

Auf dem Gipfel erwartet mich ein grandioser Ausblick auf die anderen Twelve Bens und auf die östlich liegenden Mamturk Mountains. Ein herrliches Gefühl hier zu stehen. Der Wind weht so stark, dass es ein schwieriges Unterfangen ist die durchgeschwitzte Kleidung zu wechseln. Ich entscheide mich über den Nachbarberg, den Benfree (638 Meter) zurück ins Kylemore River Valley hinabzusteigen.

Benbaun – auf dem Weg zum Benfree

Blick vom Gipfel des Benfree zum Benbaun hinüber
Steiler Abstieg vom Benfree

Vom Benfree geht es eine steile Flanke hinab zum Sattel zum Muckanaght und dann ins Tal zurück. Je weiter ich ins Tal hinunter gelange umso matschiger wird die Angelegenheit – auch heute werde ich nicht trockenen Fußes bleiben. Zwei Stunden später erreiche ich mein Auto.

Die Wanderung war schneller als gedacht, so fahre ich noch an die Gurteen Bay. Manche behaupten, es sei die schönste Bucht Irlands. Dort wandere ich am Sandstrand entlang und geniesse die Sonne und lege mich neben Barbara’s Stone ins Gras.

Barbara’s Stone
Gurteen Bay – im Hintergrund der Errisbeg
An der Gurteen Bay liegt der wahrscheinlich schönst gelegene Friedhof der Welt – sag ich mal…
Dog’s Bay – gegenüber der Gurteen Bay mit Blick auf den Errisbeg

Kurz vor Ladenschluß statte ich – wie jedes Jahr – „rosie’s hair salon“ einen Besuch ab.

Am Freitag, den 5. Tag zum ersten mal Regen. Aus dunklen Wolken prasselt er auf Connemara hinab und Outdoor-Aktivitäten verlocken heute garnicht. Sogar das morgendliche Joggen vor dem Frühstück habe ich sausen lassen. Ein Tag zum Shoppen. In Clifton empfiehlt mir Christina „Lowry’s“ – dort werde ich fündig und kaufe mir einen schönen Sweater von den Aran Islands und zwei Grandfather’s Shirts; als 60jähriger Großvater kann ich mir das schon mal leisten. Eine schöne irische Weste und zwei T-Shirts gehen noch über den Ladentisch in zwei stilvolle Einkaufstüten. Ich kaufe selten ein, aber wenn, dann richtig 😉

Der Regen läßt gegen Mittag nach und ich fahre zur Kylemore Abbey. Von Clifton geht es weiter am Nationalpark Connemara mit dem Diamond Hill vorbei zur bekannten Kylemore Abbey (https://de.wikipedia.org/wiki/Kylemore_Abbey) der Benediktinerinnen am idyllischen Klyemore Lake. Die Abbey selbst ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, so spaziere ich durch den weitläufigen Park am See entlang zur Gotischen Kapelle, die Mitchell Henry, der Erbauer des Schlosses als Mausoleum für seine verstorbene Gattin Margret Henry erbauen ließ; während eines Urlaubs in Ägypten erkrankte Margaret Henry an der Ruhr und verstarb innerhalb weniger Tage am 4. Dezember 1874. Sie wurde nach Kylemore zurückgebracht und dort beigesetzt. Danach wandere ich weiter zum Victorian Wallet Garden.

Der Diamond Hill ( 442 Meter), Hauptattraktion des Connemara Nationalpark
Die Kylemore Abbey, seit 100 Jahren residieren dort die Benediktinerinnen

Auf dem Rückweg nach Roundstone mache ich noch einen Halt am Ballynahinch Castle am gleichnamigen See. Im Kaminzimmer des Schlosses lasse ich mir eine gute „Homemade Soup of the Day“ mit zwei Scheiben Brot und einer Kanne Tee schmecken. Ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Mittagsessen, dass in ganz Irland in jedem Restaurant für 4 bis 6 Euro angeboten wird.

Ballynahinch Castle – im Hintergrund der Benlettery (577 Meter)
An dieser Fischerhütte vorbei führt die Fahrt zurück nach Roundstone

6. und letzter Tag. Heute wollte ich eigentlich, das Wetter war sonnig aber stürmisch, auf die schon erwähnte Clare Island in der Clew Bay, Heimat der legendären Piratin von Grace O ‚Malley. Christina ruft vorsorglich um 8 Uhr im Fährbüro an, ob überhaupt bei diesem Sturm die Fähre ablegt. Das tut sie nicht und so heißt es spontan umzudisponieren. Schnell habe ich einen reizvollen Ersatzplan. Acht der Twelve Bens habe ich schon, dann möchte ich heute auf den neunten hinauf: Den 632 Meter hohen Ben Cullagh. An Ballynahinch Castle vorbei geht die Fahrt kurz über die Hauptstraße Clifton – Galway und dann ein schmales Sträßchen hinauf zu einer Anhöhe am Fuße des Benglenisky (dem ersten der Twelve Bens, den ich bestiegen habe) ins Owengin Valley hinab. Dort liegt ein Steinbruch in dem der berühmte grüne Connamara Marmor gebrochen wird. In der Nähe am Owengin River parke ich mein Auto und gehe am Fluß entlang durch einen der ganz wenigen Wälder. Als ich den Berg im Blick habe, sehe ich, dass es (für mich) zu steil ist, ihn frontal zu erklettern und entscheide mich zu einem Sattel zwischen Bencullagh und den Nachbarberg Maumonght aufzusteigen und von dort über eine Grat zum Gipfel.

In der Mitte der Bencullagh, links der Maumonght und rechts der Muckanaght

Von hier aus geht es durch feuchtes Grasland leicht bergan und das letzte Stück steil zum Sattel hinauf. Nach 1 1/2 Stunden bin ich auf dem Gipfel. Auch von hier ein wunderbarer Blick hinab zum Meer und den anderen Gipfeln. Der Sturm ist beim Aufstieg kaum zu spüren, auf dem Gipfel weht er mich aber fast um.

Auf dem Sattel
Auf dem Gipfel
Blick zum Benbaun und anderen Gipfel des Twelve Bens
Der Abstieg

Zurück gehts es über den Sattel um den Maumonght herum hinab zum Tievebaun und durch schwer zu gehendes Grasland zurück zum Auto. Im Internet habe ich dieses Video gefunden (https://www.youtube.com/watch?v=0sRVv0pmIvY), dass einen guten Eindruck von der Landschaft und der Art des Wanderns in den Twelve Bens vermittelt.

Blick ins Owengin Valley; in der Bildmitte der Benbaun, links davon der Benfree

Den letzten Abend verbringe im O’Dowds mit Krebsfleisch-Salat, einem Guinness und Jameson zum krönenden Abschluß mit einem netten Urlauberehepaar meines Alters aus Leeds, die seid 32 Jahren jedes Jahr eine Woche in Roundstone verbringen. Sie sitzen jeden Tag auf dem selben (Fenster)Platz, und nach ein paar Tagen eröffne ich das Gespräch mit der Frage, ob das ihr Lieblingsplatz sei. Ja, das sei er, aber sie würden jetzt an einen Tisch wechseln, weil sie heute dinnieren möchten. Es gäbe etwas zu feiern: Ihren Geburtstag. Es ist der 7. März. Ich frage, ob ich fragen dürfe, wie alt sie denn heute wird, sagt sie 60. Ich bin gestern 60 geworden, antworte ich. Oho, dann sind Sie einen Tag älter als ich, entgegnet sie verblüfft und lachend. Exakt, gut gerechnet, ist meine Antwort. Diesen und die beiden darauffolgenden Abende verbringen wir zusammen im O’Dowds anregenden und lustigen Gesprächen, begleitet von einigen Bieren und Whiskeys.

Eine erlebnisreiche und intensive Woche geht zu Ende und ich bin sicher: I’ll come back. Im nächsten Jahr möchte ich eine Gruppenreise (eine Woche) nach Connemara anbieten. Mal sehen, ob daran Interesse besteht? Sollten Sie interessiert sein – vielleicht hat Ihnen dieser Bericht Lust darauf gemacht -, dann können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Das Programm – so in etwa – kennen Sie ja nun schon 😉