Reisen

Meine Reise nach Irland ist unter „Aktuelles“ zu finden

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Postkarten-Happy End

Am 30.11.2018 schrieb ich in Barichara, einer kolumbianischen Kleinstadt drei Postkarten, von denen ich hoffte, dass sie vor Weihnachten ihre Empfänger erreichen würden. In Barichara fand ich keine Post oder eine andere Möglichkeit sie auf die Reise zu schicken. Schließlich gab ich sie Joep, einem Holländer, der mit seiner Frau in der Nähe von Barichara wohnt und mit dem ich eine Tagestour in den Cichamocha Canyon machte. In meinem Blog schrieb ich darüber. Nun, fünf Monate später sind sie in Deutschland angekommen. Die fünf Briefmarken, 3000 Pesos (knapp ein Euro) wurden auf die Vorderseite geklebt, da auf der Rückseite nicht ausreichend Platz war. Ob die kolumbianische oder die deutsche Post so getrödelt hat, wo die Postkarten festhingen, weiß ich nicht – die Empfänger freuten sich dennoch über die verspäteten „Feliz Navidad“-Grüße.

Unter https://utzbenkel.wordpress.com/reisen/ können Sie meinen Reisebericht über meine Irlandreise im März 2019 lesen.

5. Tag, Apoyo Lodge, 9.1.

Strasse in Diria

Nun heißt es Abschied nehmen von der Apoyo Lodge und von Nicaragua; ein letztes Bad in der Lagune und dann packen wir. Morgen geht es zum Flughafen Augusto Sandino. Neun ereignis- und erlebnisreiche Wochen gehen zu Ende. Manchmal bin ich an meine Grenzen gestossen – mehr die inneren als die äußeren.

Ich danke allen, die den Blog verfolgt und Kommentare hinterlassen haben. Dadurch fühlte ich mich tatsächlich begleitet.

Ich schicke euch die besten Grüsse und Wünsche und freue mich auf ein Wiedersehen.

Ein Streifenhörnchen vor unserer Terrasse

4. Tag Apoyo Lagoon, Pueblos blancos, 8.1.

In der Yoga Class waren wir heute die einzigen und bekamen von Miriam sozusagen Einzelunterricht. Nach dem Frühstück steigen wir eine kleine Straße, die sich den Kraterrand hinauf windet zum Dorf Diria hinauf. Trotz Schatten eine schweißtreibende Angelegenheit; hin und wieder hört man Brüllaffen, angeblich die lautesten Tiere der Welt.

Strasse nach Diria; links eine große Bambusstaude

Nach einer Stunde kommen wir am Aussichtspunkt, dem Mirador de Diria an; unter uns schimmert blau die Lagune – ein herrlicher Blick von hier oben.

Mirador

Hinter dem Kraterrand liegt das Dorf Diria, das erste der weißen Dörfer, dass wir heute besuchen. „Weiße Dörfer“ stimmt eigentlich nicht mehr, da alle Häuser inzwischen bunt angestrichen sind. Diria ist Schauplatz des Romans „Tochter des Vulkans“ der bekannten nicaraguanischen Schriftstellerin Gioconda Belli; einst Mitstreiterin Daniel Ortegas, heute eine seiner schärfsten Kritikerinnen.

Baseball-Station Dirias
Zahnklinik Diria

Dorfplatz

Die bunten Häuser von Diria

Mit dem Tuk Tuk geht es weiter ins nahegelegene San Juan de Oriente, das bekannt für seine Töpferwaren ist.

Kitsch nicht ausgeschlossen

Keinen Kitsch findet man bei Chuca, der mit seiner Familie eine Töpferei im Dorf betreibt. Er zeigt uns ihren Betrieb, den Brennofen und erklärt uns den ganzen Produktionsablauf. Mir gefallen seine Arbeiten sehr gut und ich erstehe eine neue Schale für meinen Hirsebrei, zwei große Kaffeetassen und eine Kaffeetasse mit Untertasse.

Wenn man im Internet „Chuca Nicaragua“ eingibt, kann man Arbeiten von ihm sehen.

Schönheitssalon in San Juan del Oriente

Mit dem nächsten Tuk Tuk geht es weiter nach Catarina, dem größten der weißen Dörfer, das bekannt ist für seine Gärtnereien, Töpferarbeiten, Holzproduktion und Süßigkeiten, das auch hoch oben am Kraterrand liegt.

Deshalb fahren wir zuerst zum Mirador de Catarina; hier ist es trubeliger – viele Souvenirläden und Restaurants reihen sich vor dem Mirador. Die Aussicht ist allerdings noch eindrucksvoller als vom Mirador de Diria. Der Blick geht über die Lagune bis nach Granada und den dahinterliegenden Nicaragua See; rechts sieht man den Vulkan Mombacho.

Xylophonspieler und Gitarristen spielen für die fast ausschließlich einheimischen Besucher

Nach dem Mittagessen fahren wir diesmal mit einem Taxi in das Dorf Niquinohomo, in dem 1895 der Freiheitskämpfer Augusto Sandino geboren wurde. Im Wohnhaus seines aus Spanien stammenden und den Mittelstand angehörenden Vaters, der Kaffeeplantagen-Besitzer war, ist ein Museum eingerichtet.

Denkmal Sandinos auf dem Dorfplatz

Im Reiseführer steht zwar das dies das Geburtshaus Sandinos ist. Aber Otto, der Museumsführer versichert uns, dass er zwar im Dorf geboren wurde, aber der exakte Geburtsort nicht bekannt ist

Sandino ist der uneheliche Sohn von Gregorio Sandino und Margarita Calderon, einer Arbeiterin auf seiner Plantage und wuchs zuerst bei ihr und dann bei ihren Großeltern auf. Mit 12 Jahren kam er ins Haus seines Vaters.

Sandino, ein sehr kleiner Mann – im Garten steht die lebensgroße Statue von ihm – legte sich der noch mit den Amerikanern an. 1934 ist er – und einige seiner engsten Gefolgsleute – 39-jährig auf dem Weg zu einem Bankett, zu dem ihn der Präsident Sacasa persönlich eingeladen hatte, vom Chef der Nationalgarde Somoza ermordet worden.

Sandino lebensgroß, dahinter das Bad
Küche

Das Bett von Sandinos Vater; statt einer Matratze, ein mit Leder bespannter Holzrahmen; am Ende ragen die Füße in der Luft
Otto erklärt und den Heuwagen

Massives Wagenrad

Augusto Sandino

Augusto Sandino überlebensgross

Nach der sehr kenntnisreichen und liebenswürdigen Führung von Otto, der uns zum Abschied zwei Bananen schenkt, trinken wir am Dorfplatz noch einen Kaffee und ich knabbere ein paar Kekse dazu.

Mit dem Tuk Tuk geht es wieder zum Mirador de Diria zurück. Unser letzter, sehr schöner Ausflug in Nicaragua geht mit dem Abstieg zur Apoyo Lodge zu Ende. Dieses Mal wählen wir einen anderen Weg. Zuerst geht es Treppenstufen hinab, dann einen Pfad durch den Dschungel, der dann überraschenderweise wieder auf die kleine Straße führt. Von dieser zweigen wir eine Abkürzung, einen Dschungelpfad hinab zur Lagune, ab.

3. Tag Apoyo Lagoon, 7.1.

Den Ausflug zu den weißen Dörfern haben wir auf morgen verschoben. So liege ich in der Hängematte, höre die Wellen und den Wind in den Palmwedeln und lese (Jo Nesbo, Der Fledermausmann). Ich freue mich auf das Mittagessen und die Massage, die ich am Nachmittag haben werde. Und ich denke mit gemischten Gefühlen an die bevorstehende Rückkehr. Ich freue mich auf Hintersee und Hirsebrei, aber werde die vielen schönen Orte, die ich auf meiner Reise besucht und erlebt habe, vermissen.

Restaurant

2. Tag Apoyo Lagoon, 6.1.

Das Dreikönigstreffen der Liberalen haben wir heute leider verpasst, was uns aber wenig betrübt hat. Dafür hatten wir einen entspannten Tag an der Lagune. Nach dem 6 Uhr Bad im See und der intensiven Yoga Session gab es wieder ein hervorragendes Frühstück: Fruchtsalat und Rote Beete- Bananen-Müsli. Danach Faulenzen, Lesen (ich lese gerade Henning Mankells letzten Roman „Die schwedischen Gummistiefel“, der im Herbst und Winter auf den schwedischen Schären spielt – ein schöner Kontrast), Baden und Essen; mittags gibt es Moussaka und griechischen Salat mit aus Mandelmilch produziertem Feta. In einem aufgepumpten Schlauch eines Lkw-Reifens zu sitzen und sich von den Wellen schaukeln zu lassen, macht unheimlichen Spaß. Wir haben uns die richtige Jahreszeit ausgesucht, den nicaraguanischen Winter – es scheint jeden Tag die Sonne, es ist warm und es weht Tag und Nacht eine angenehme Brise, so dass man nicht ins Schwitzen kommt. Nach dem Kaffee und Ananasstrudel wandern wir ein Stück am See entlang, um den Pfad hoch an den Kraterrand zum Dörfchen Diria zu suchen. Es ist eines der weißen Dörfer (Pueblos Blancos), die rund um die Apoyo Lagoon liegen. Morgen wollen wir diese besuchen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!

1. Tag Apoyo Lagoon, 5.1.

Nach einem Bad im See um 6 Uhr und der eineinhalbstündigen Yogasession gab es ein wohlschmeckendes und nahrhaftes veganes Frühstück. Den Vormittag verbrachten wir in dieser wunderbar gelegenen Anlage am See, der seit ein paar Jahren ein Naturreservat ist. Vor zehn Jahren baute diese ein Kanadier und die Spanierin Miriam kaufte sie vor zwei Jahren mit einer Freundin; seitdem betreibt sie diese (www.apoyolodge.com) mit ihrem Mann, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin Magdalena, die auch für das leibliche (Küche) und körperliche Wohl (Massagen, Pediküre, Maniküre etc.) der Gäste sorgt. 8 Zimmer hat das Haus – im Moment sind wir sieben Gäste; mit uns wohnen noch drei Amerikanerinnen hier und ein Päarchen aus San Francisco: Ben, der Schokoladen herstellt (www.goodchocolate.com) und seine israelische Frau Noa, die Musikerin ist (www.noalevylive.com – und auch öfter in Berlin auftritt), die in Nicaragua ihre Flitterwochen verbringen.

Küche

Gemeinschafts- und Essensraum

Nach dem Lunch mit Schokoladentorte als Nachtisch machen wir mit den drei Amerikanerinnen einen Ausflug zur nahegelegenen Stadt Masaya zum 635 Meter hohen Volcan Masaya. In Masaya besuchen wir zuerst den Kunsthandwerksmarkt und dann den Mercado municipale, der authentischer, lebendiger und vielfältiger ist. Hier kaufe ich eine schöne Hängematte und noch allerlei andere Mitbringsel.

Käseverkäufer – eine Art Feta, sehr gut und beliebt in Nicaragua. Er ist überall erhältlich- auf Little Corn hatten wir uns ein grosser Stück davon gekauft; über Nacht ist es verschwunden – vermutlich das Nachtmahl einer hungrigen Ratte oder eines der Hühner hat es stibitzt.

Danach ging die Fahrt weiter zur Festung Coyotepe, die 1883 auf einem 2 Kilometer nördlich von Mayasa gelegenen Hügel errichtet wurde.

Auf der Fortaleza Coyotepe

Am späten Nachmittag fahren wir weiter zum Parque Nacional Volcan Masaya, der zu den aktivsten Vulkane des amerikanischen Kontinents zählt. Im 20. Jahrhundert ist der häufig ausgebrochen; der letzte Ausbruch datiert aus dem Jahr 2012. Zuerst besichtigen wir das Museum und dann geht es hinauf zum Kraterrand zur „Plaza de Oviedo“. Von einem Felsvorsprung kann man direkt in den schroffen, 260 Meter senkrecht abfallenden Schlund des Vulkans blicken. Tief unten brodelt ständig die rotglühende Lava. Noch nie habe ich das gesehen – ein faszinierender Anblick. Aus dem Kraterschlund wabern dicke Schwefelschwaden nach oben. Hinter ihnen und dem Vulkangipfel versinkt die Sonne im Pazifik und taucht den Nachthimmel in oranges Licht. Grüne Sittiche kehren zu ihren Nestern an der Kraterwand zurück – ein unglaubliches Naturschauspiel.

Um 7 Uhr kehren wir wieder zurück und Magda wartet bereits mit dem Drei-Gänge- Dinner auf uns, das wir in angenehmer und lustiger Runde verbringen.