Reisen

Pearl Lagoon – Bluefields – Big und Little Corn Island

Die Kartenverkaeuferin mit ihrer „Assistentin“ im Hafenbuero um 6 Uhr morgens.

Kurz vor der Abfahrt

Backwaren in Bluesfield

Bescheidenes Desayuno (Fruehstueck) im Flughafen-Restaurant Bluefields

Flughafenrestaurant

Aeropuerto Bluefields

Das Flugzeug nach Big Corn Island

Landeanflug

Hafen von Big Corn Island

Im Vorgrund das Banga (Schnellboot) mit dem wir nach Little Corn Island uebersetzen. Nach halbstuendiger Fahrt durch heftige See kommen wir voellig durchnaesst auf Little Corn Island an. Ein Wassertaxi bringt uns zu „Ensuenos“ von Ramin, an der Nordkueste. Mit dem letzten Tageslicht entdecken wir diesen paradiesischen Flecken Erde. Ein Traum…!

Pearl Lagoon, 27.12. Byron und Co.

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Die einzige und unsere Lieblings-Bäckerei in Pearl Lagoon. Ein Gedicht sind die Kokosstückchen (siehe Foto unten). Wegen ihnen zieht es mich jeden Tag hierher 😉

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Byron, der freundliche Bäcker erzählte uns einiges über Pearl Lagoon, z.b. das deutsche Siedler vor 300 Jahren die Hauptstraße und einige andere Straßen angelegt haben. Hier an der Karibikküste spricht man kreolisches englisch; einige deutsche Wörter sind durch die deutschen Siedler mit in das kreolisch eingeflossen. Z.B. verwendet man statt des englischen „at“ das deutsche „bei“. „Before the problems started“ ist hier die allgemeine Bezeichnung für die politisch-wirtschaftliche Krise, die seit den Unruhen im Mai diesen Jahres hier herrscht. Davor gab es auch hier in Pearl Lagoon regen Tourismus. Byron hatte acht Mädchen in der Küche und im Service angestellt. Jetzt ist es nur noch eine. Auf die Frage wie die Menschen hier (über)leben können, antwortet der uns, einige würden vom Fischfang leben, die meisten Familien hätten Verwandte im Ausland, die Geld überweisen würden. Ohne diese Zahlungen würde wahrscheinlich alles zusammenbrechen.

In Pearl  Lagoon mit seinen 2000 Einwohnern gibt es sogar eine „Universität“, an der man verschiedene Studiengänge studieren kann; die Studiengebühren sind allerdings mit 45 $ pro Monat sehr hoch – das kann sich kaum einer leisten.

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20181227_092425Hafen an der Mainroad von Pearl Lagoon.

Heute ist es ein geruhsamer Tag, den wir hier in Pearl Lagoon geniessen: die besondere Atmosphäre und das Treiben in diesem abgelegenen, kleinen karibischen Dörfchen: eine Mischung aus Trägheit, Lebendigkeit, der Freundlichkeit der Menschen und einer Lässigkeit, die uns Deutschen und auch mir abgeht. Umso mehr genieße ich sie hier. Inzwischen stört mich die laute Musik gar nicht mehr so, bzw. ich sehe sie als zu dieser Atmosphäre dazugehörig an.

Manches ist natürlich verstörend: wenn auf dem Bürgersteig eine große grüne Schildkröte – die nicht geschützt ist – bei lebendigen Leib verarbeitet wird. Rührend, wenn in einem Shop, in dem man eine Mineralwasserflasche kauft und in dem alles vor Dreck steht, selbige mit einem ebenso dreckigen Lappen „sauber“ gewischt wird.

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Am späten Nachmittag bin ich noch mit dem kleinen Kajak zu der winzigen aus einigen Mangrovenbäumen bestehenden Insel, die in der Bildmitte am Horizont zu sehen ist, gepaddelt und gegen die untergehende Sonne zurück.

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Agustos Restaurant am Hafen.

Heute Abend gehen wir bei Agusto, der ein kleines Restaurant direkt am Hafen betreibt, zum Essen. Es ist unser letztes Essen in Pearl Lagoon. Morgen früh um 6 Uhr dreißig Uhr geht es mit dem Speedboot zurück nach Bluefields und dann mit dem Flugzeug zur Insel Big Corn Island. Von dort zur nach der Nachbarinsel Little Corn Island.

Als wir heute Abend unsere Hotel-Rechnung bezahlt haben, hat sich unsere Gastgeberin für die Umstände, vor allem für die laute Musik entschuldigt. Sie erklärte, dass sich einheimische Gäste über zu wenig laute Musik beschweren würden und deshalb ausblieben. Sie hat unser Ruhebedürfnis verstanden, aber wir waren die einzigen ausländischen Gäste und alle anderen Gäste sind Einheimische, auf die sie angewiesen ist und deshalb konnte sie die Musik leider nicht leiser machen. Dieses Dilemma haben wir sehr gut verstanden und fanden es sehr gut, dass wir das noch mal mit beidseitigem Verständnis mit ihr besprechen konnten.

 

 

Cayos Perlas – Pearl Cays; Perlen der Karibik, 26.12. – aktualisiert

Bootstour zu den Pearl Cays mit Angel und Jocelyn.

Clark Island, die erste Insel, an der wir nach einer guten Stunde Fahrt an Land gehen. Hier verbringen wir eine Stunde, während George und Agusto Köderfische  für die größeren noch zu fangenden Fische die unser Mittagessen werden sollen, fangen.

Der Wellengang auf dem offenen Meer war nicht ohne – immer wieder klatschte das Boot hart auf das Wasser, so dass uns der eine oder andere Überraschungschrei entwich.

Auf dieser kleinen Insel lebt in einer kleinen Holzhütte ein Watchman mit Frau und Kind  in aller einfachsten Verhältnissen. Aufgefangenes Regenwasser dient als Trinkwasser. Er ist angestellt von einem Amerikaner, der ein relativ großes Haus zweistöckig mit hohen Räumen auf dieser Insel gebaut hat. Vom Wasser aus sieht man das Haus nicht; es ist fast fertig und aus nicht ganz durchsichtigen Gründen kurz vor der Vollendung aufgegeben worden.

George und Agusto holen uns wieder ab und die Fahrt geht weiter Grape Island, auch genannt Pink Pearl Island. Ich glaube dies ist die schönste aller Cays; eine Insel wie man sie sich vorstellt – ein kleines Robinson Eiland. Wir vier sind überwältigt  von der tropischen Schönheit dieser Insel  die einen Durchmesser von gerade mal 100 Meter hat. In der Mitte ein rundes zweistöckiges Gebäude. Rings darum 4 oder 5 Cabinas und zwei schöne überdachte Steganlagen für Gäste. Es ist eine Hotelanlage, die aber offensichtlich schon länger verwaist ist. Sie gehört einer Engländerin und auch hier lebt ein Watchman mit seinen drei kleinen Hunden und einem Papagei. Mit ihm zusammen fahren George und Augusto aufs Meer hinaus um unser Mittagessen zu fangen. Währenddessen genießen wir die Insel, Baden im türkisblauen Wasser, laufen am Strand entlang und liegen auf dem überdachten Steg.

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Agusto; dahinter Grape Island (Pink Pearl Island), wo wir den Tag verbringen werden.

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Die geschützten Hawksbill-Meeresschildkroeten (ca. 5 cm lang) schluepfen am Strand von Pink Pearl Island; Jocelyn sieht während unseres Lunch (selbstgefangener Fisch mit Pasternake, Banane und Reis), aus dem Augenwinkel die erste der frisch geschlüpften Schildkröten, die zielstrebig dem Meer entgegenstrebt; die ca. 100 kleinen Kollegen alle hinterher. Beäugt auch von dem Papagei, der einen Meter neben dem Schlupfloch auf einem kleinen Baumstumpf sitzt. Ein ganz besonderes (Natur-)Schauspiel, dass wir hier in dieser fast unwirklich schönen Szenerie erleben dürfen. Uns ist das auch sehr bewusst.

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Unser Mittagessen vorher…

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…und nachher.

Hier kann man die Lage von Pearl Lagoon und den Inseln sehen.

Danach trinken wir noch einen Abschiedskaffee in der einzigen Bäckerei am Ort – Angel und Jocelyn brechen direkt danach nach Managua auf. Sechseinhalb Stunden Autofahrt liegen vor ihren. Es war schön diesen ganz besonderen Tag mit ihnen verbracht zu haben.

Angel hat mir sehr gut gefallen; ein bemerkenswerter junger Mann mit guten Ansichten und Haltungen. Es war ein Vergnügen und sehr angenehm mit ihm zusammen zu sein und zu philosophieren.

Nächsten November heiraten die beiden übrigens: 40 km nördlich von Managua in den Bergen haben sie sich einen ganz besonderen Ort (Crucero) dafür ausgesucht – 250 Gäste erwarten sie:  Das wird eine große Sause! – „Forget it!“, Angels absoluter und viel gebrauchter Lieblingsausdruck ist dies – und der passt hier auf jeden Fall…

Danach hoffen sie, dass Jocelyn die Aufenthaltsgenehmigung für Amerika bekommt und beide in New York zusammenleben können. Ich wünsche Ihnen dafür viel Glück und bin überzeugt, dass ihre Liebe und ihr Kontakt zu Nicaragua immer bleiben wird.

P.S. Sollte jemand einmal diese Tour machen wollen, die wir sehr empfehlen können, kann er sich an Agusto wenden: agusto.taylor@gmail.com

Pearl Lagoon, 25.12. Aktualisiert

Der goldene Augusto Sandino im Hafen von Pearl Island

Am Heiligen Abend lernten wir in unserem Hotel ein junges Päarchen aus New York, die beide aus Nicaragua stammen – Angel und Jocelyn –  kennen.

Angels Eltern stammen aus Nicaragua.  Er ist in New York geboren, wurde aber von seiner Mutter jede Ferien zu den Großeltern nach Nicaragua geschickt und liebt seine Heimat sehr. Auch heute noch verbringt er jeden Urlaub in seiner Heimat Nicaragua. Inzwischen hat er dort auch eine kleine Farm mit 70 Kindern. Er lebt in Brooklyn und ist Angestellter in einer Bauunternehmung. Mit dem Sohn seines Chefs betreibt er außerdem ein weiteres kleineres Bauunternehmen. Den Geschäftssinn erbte er von seinem Großvater, der im auch das Reiten beibrachte.

Wir überlegen am nächsten Tag ein Bootstrip zu den Pearl Cays (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Pearl_Cays) zu machen, einer Inselgruppe von 18 kleinen Eilanden ca. 20 km von Pearl Lagoon und 10 km von der Küste entfernt in der Karibik liegend. Eine besondere, aber auch kostspielige Angelegenheit, denn die PS-starken Außenborder brauchen für diese Tour sehr viel Benzin – für diese Tour werden 100 $ allein dafür veranschlagt. In unserem Hotel wird die Tour für 220 $ angeboten. Ich finde im Ort ein „Touranbieter“, der uns die Tour für 120 $ anbietet. Wir verabreden dort Morgen nach dem Frühstück nach dem Preis für 4 Teilnehmer zu fragen. Er bietet uns die Tour für 180 $ an, schließlich einigen wir uns auf 160 $ in einer Stunde soll es losgehen.

Um 10 Uhr geht die Fahrt los mit den beiden Bootsführern George, der früher Seemann war und die deutschen Häfen Lübeck und Hamburg gut kennt und Augusto, beide Anfang 60 und echte Seebären. Die Fahrt geht erst über die Lagune an einigen kleinen Insel vorbei zum letzten Militär-Außenposten bevor es kurz darauf auf die offene See geht. Hier müssen wir uns registrieren lassen, deswegen haben wir unsere Reisepässe dabei. Die Registrierung ist notwendig weil die  die Fahrt über das offene Meer zu den Cays nicht ungefährlich ist und wenn ein Boot nicht zurück kommt, man wissen möchte, wenn man denn eigentlich vermisst und nach wem gesucht werden soll. Zur Registrierung kommt es aber gar nicht, weil die beiden Soldaten uns die Weiterfahrt mit dem Hinweis auf das Heranziehen schlechten Wetter, also Sturm, verweigert. So geht es unverrichteter Dinge wieder zurück nach Pearl Lagoon. George bietet uns eine Tour durch die Lagune an zu verschiedenen kleinen Dörfern indigener Stämme.

Angel und Jocelyn nehmen das Angebot an. Wir aber bleiben lieber in Pearl Lagoon und machen am Nachmittag mit zwei Einer-Kajaks eine kleine Tour über die Lagune. Es ist ganz schön windig und die Strömungen machen es nicht leicht die beiden schwer zu manövrierenden roten Plastik-Nussschalen über das Wasser zu bewegen.

Nach ihrer Rückkehr erzählen Angel und Jocelyn, dass wir die Tour zu den Cays morgen machen könnten; George habe mit dem Militärposten telefoniert und der signalisierte ihm dass wir, wenn wir morgen um 7 Uhr aufbrechen würden, die Tour machen können. Das Wetter soll gut werden.

Bluefields – Pearl Lagoon, 24.12. Heiliger Abend – aktualisiert

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Bluefields – auf dem Foto sieht es gar nicht so schlimm aus.

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Um 7:30 Uhr machen wir auf uns auf den Weg zum Hafen. Am Hafen ist es etwas chaotisch, aber wir finden heraus dass ein gewisser Andy mit Baseballkappe für die Überfahrt nach Pearl Lagoon zuständig ist. Bei ihm tragen wir uns als Passagiere in eine Liste ein. Im „Hafenbistro“ bestellen wir uns noch einen Kaffee und zwei Sandwich und plötzlich ist unser Boot da und wir finden noch zwei Plätze auf dem schmalen Boot das 5 Bänke mit je vier Sitzplätzen hat; also 20 Passagiere finden hier dicht gedrängt Platz.

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Um 8:30 Uhr legt das Speedboat ab und rauscht in hohem Tempo über die Bluefields Bay in Richtung Norden. Von der Bay biegt das Boot in einen ein Kilometer breiten Flussarm ein. Bald darauf mit unvermittelter Geschwindigkeit rechts in einen vielleicht 100 m breiten Flussarm, der sich in sanften Biegungen nach Norden schlängelt. Nur in einer etwas engeren Biegung geht er kurz vom Gas herunter, ansonsten volle Kraft voraus bis Pearl Lagoon, dass wir eine Stunde später erreichen. Pearl Lagoon ist ein kleines Dorf, es liegt an der größten Lagune Nicaraguas. Diese ist ein undurchschaubares Labyrinth aus unzähligen Flussarmen, Lagunen und vielen Inseln.

Fahrt mit dem Speed-Boat nach Pearl Lagoon.

Ankunft in Pearl Lagoon. Ein paar Minuten vom Pier liegt unser Hotel Queen Lobster, in dem wir einen Pfahlbau reserviert hatten. Das ganze Hotel ist auf dem Wasser gebaut und eine schöne, kleine Anlage mit 4 Zimmern und den beiden Pfahlbauten, die ins Wasser ragen.

Das Besitzerehepaar weilt in Spanien und Kenny, der das Hotel in der Zwischenzeit gemietet hat, empfängt uns.

Das Wasser ist knapp hüfthoch, aber man kann schwimmen. Die Temperatur ist angenehm. Das Klima ist anders als im Pazifik; es ist viel schwüler und es gibt ein paar heftige Wolkenbrüche am Tag; diese sind aber nur von kurzer Dauer. Die Lage des Hotels ist wunderbar – mit Blick auf die Lagune und die am Horizont liegenden Inseln.

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Das Bekleidungswarengeschäft von Pearl Lagoon.

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Der mobile Metzger vor Ort – mit Waage Machete und Fleisch in der Schubkarre

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Heute ist Heiliger Abend – deswegen haben wir uns ein angemessenes Weihnachtsmenü bestellt: Fisch und Shrimps; es schmeckt wunderbar, doch was uns an diesen Abend sehr stört ist die laute Musik, die aus allen Häusern des Dorfes dröhnt – vor allen Dingen von einer etwas nördlich befindlichen Anlage, wo die Musik direkt übers Wasser zu unserem Pfahlbau schallt. Wie erfahren, dass das zwischen Weihnachten und Neujahr hier üblich ist. Da liebt der Nicaraguaner Party und zwar die ganze Nacht und so laut es geht, auch mit Technomusik und viele andere Musikstile. Man hört Reggae, amerikanische Schlager, spanische Liebeslieder, alles mögliche, gleichzeitig aus vielen Lautsprechern. Deshalb ziehen wir um – aus unserem Pfahlbau in ein Zimmer näher am Land. Dort ist es etwas besser, allerdings hören wir hier die laute Musik aus dem eigenen Hotel.

Silvester-Feuerwerk findet hier auch schon an Weihnachten statt. Draußen eine Kracherei von Böllern und Raketen. Wir haben uns den Heiligen Abend etwas besinnlicher vorgestellt; karibisch ja, aber doch besinnlich war unser Wunsch. Aber er war karibisch-krachend. Eine neue Erfahrung…

Granada – Managua; Flug Managua – Bluefields, 23.12.

Heute geht es zurück nach Managua. Am Nachmittag geht von dort unser Flug mit der nationalen Fluggesellschaft La Costena nach Bluefields an der Karibik. Das Leihauto müssen wir vollgetankt und auch sauber zurückgeben; so steuern wir in Granada eine „Auto Lavado“ an. Vier junge Burschen waschen unser Auto innen und aussen nach allen Regeln der Kunst für 60 Cordoba/2 Euro. Das geht ziemlich flott bei ihnen. Nach zehn Minuten blitzt das Auto wie neu.

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Kurz vor Managua ist die Autobahn allerdings im Bau und wir müssen über eine Schotterpiste mit Pfützen fahren; das Auto ist gleich wieder dreckig und der schöne Glanz perdu.

Am Flughafen checken wir gleich für unseren Flug am Nachmittag 14 Uhr dreißig Uhr ein und geben uns Gepäck ab.

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Flughafen Terminal für nationale Flüge von La Costena

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Der Terminal für internationale Flüge Augusto Santino direkt nebendran.

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Eine Büste in der Wartehalle des Flughafens die eine Deutsche namens „Gretchen“ darstellt – dahinter das großformatige Porträt des Nationaldichters Ruben Dario.

Danach fahren wir zu Niurka, unserer Gastgeberin in Managua gleich um die Ecke vom Flughafen und bei ihr um die Ecke haben wir das Auto gemietet und müssen es wieder abgeben. Mit inem Lappen und ihrem Gartenschlauch versuchen wir das Auto wieder auf Vordermann zu bringen. Die eine Hälfte des Autos ist sauber, dann versiegt das Wasser aus dem Gartenschlauch, die andere Hälfte versuchen wir notdürftig mit dem dreckigen Lappen zu saeubern, verschmieren aber eigentlich nur den Dreck. Naja, das Auto wird uns abgenommen, wir bekommen die Kaution zurück, trinken bei Niurka noch einen Kaffee und probieren ihren selbstgebackenen Weihnachtskuchen und machen uns dann auf den Weg zum Flughafen.

Erst scheint es so, als ob wir sogar die 12 Uhr Maschine nach Bluefields nehmen könnten. Daraus wird leider nichts. Und selbst der geplante Abflug un 14:30 Uhr verzögert sich um 1 Stunde. In Bluefields wollten wir eigentlich die Fähre um 16:30 Uhr nach Pearl Lagoon, unserem Tagesziel erreichen das rückt nun in weite Ferne.

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Mit dem Flugzeug links im Bild fliegen wir nach Bluefields; eine 12 sitzige Propeller-Maschine.

Das sind unsere Bordkarten

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12 Passagiere zwängen sich in das Flugzeug und in ihre Sitze. Kurz darauf nimmt die Pilotin auf ihrem Pilotensessel Platz – eine junge Frau auch der Co-Pilot ist ein junger Mann. Sie werden uns schon heil nach Bluefield bringen.

Der Copilot macht ab und zu Fotos von der Landschaft unter uns mit seinem Handy und auch mal ein Nickerchen zwischendurch. Die Pilotin spielt während des Fluges mit ihrem Handy.

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Blick ins Cockpit.

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Der Flug in dieser kleinen Maschine ist schon ein besonderes Erlebnis, ein toller Blick auf die Landschaft und auf den riesigen Nicaraguasee, dessen Ausmaße erst hier aus luftiger Höhe sichtbar werden.

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Landeanflug auf Bluefields, links sieht man die Landebahn, rechts die Karibik.

Die junge Pilotin legt eine 1A Landung hin; ich bin allerdings der Einzige der klatscht…

Beim Landeanflug regnet es – der erste Regen, den wir in Nicaragua erleben.

Vom Flughafen nehmen wir ein Taxi ins nahegelegene 50.000 Einwohner Städtchen Bluefields. Benannt nach Abraham Blauvelt, einem holländischen Piraten, der im 17. Jahrhundert nur das Gold der Spanier im Auge hatte. Sein Versteck war diese kleine Piraten-Siedlung das heutige Bluefield.

Das schrottreife Taxi bringt uns in die Stadt, die im Reiseführer als „chaotisch und ranzig“ beschrieben wird. Unser Eindruck ist: das ist noch untertrieben! Keine schöne Stadt, kein Karibikflair, keine Reggae-Musik – einfach eine schmuddelige, hässliche Stadt. Hier bleibt nur jemand, der wie wir, die letzte Fähre verpasst hat. Und das Hotel, das im Reiseführer so gelobt wird, ist schon lange geschlossen. Der Taxifahrer bringt uns zu einem anderen im Reiseführer erwähnten Hotel. Dem Mini-Hotel, das Gottseidank geöffnet hat. Hier bekommen wir auch ein akzeptables Abendbrot und sind froh, dass wir morgen mit der ersten Fähre nach Pearl Lagoon (Laguna de Perlas) fahren können.

Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und geruhsame Festtage; bleibt gesund!

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Ometepe – Granada, 22.12.

Heute heisst es mit schweren Herzens Abschiednehmen von Ometepe (sie ist uebrigens die groesste Vulkaninsel in einem Suesswassersee) – uns hat es sehr gut auf dieser Insel gefallen. Um 11.30 legt die kleine Faehre ab. Dieselbe wie bei der Hinfahrt. Wiederum muss ich rueckwarts auf die Faehre fahren. Dazu durch eine knoecheltiefe grosse Pfuetze (siehe Foto).

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Vor diesem Manoever hatte ich etwas Bammel, aber es gelang. In der Nacht stuermte es auch ziemlich und wir fragten uns, ob der Faehrbetrieb davon betroffen sei. Dem war nicht so – was uns als Sturm vorgekommen ist, ist fuer hiesige Verhaltnisse wahrscheinlich ein besserer Wind.

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Zuerst waren wir das einzige Auto auf der Faehre, kurz vor dem Ablegen kam noch ein Transporter. Es waren auch sehr wenige Passagiere an Bord. Der Wind kam von Osten, sodass die Faehre auf den Wellen ritt und die Fahrt ruhiger war als die Hinfahrt. Auf halber Strecke wurden die Wellen hoeher und das Schiff schwankte – manchmal bedenklich – von links nach rechts. Uns kam ein sehr kleines Passagierschiff entgegen; wir waren froh nicht an Bord desselbigen zu sein: Es tauchte mit dem Bug richtig unter Wasser – vom Zuschauen wurde uns schon mulmig.

Mit Rueckenwind dauert die Fahrt auch nur 1 Stunden und 10 Minuten. Auf der Nic-2 geht es 68 Kilometer Richtung Managua gen Norden nach Granada: Touristenziel Nummer 1 in Nicaragua. Viertgroesste Stadt des Landes und nach dem beruehmten spanischen Granada benannt. Und die koloniale Altstadt hat tatsaechlich etwas maurisch-orientalisches. Vielleicht nicht gerade das Wahrzeichen, die Kathedrale, die 1529 erbaut und 1856 vom amerikanischen Freibeuter William Walker voellig zerstört und erst 1915 im neoklassizistischen Stile wieder erbaut wurde.

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Wir finden ein kleines, ruhiges, sehr poppiges Hotel „Nosotros“ mit grossen Zimmer am Patio in der Altstadt, unweit der Kathedrale. Die Stadt ist nach der laendlichen Beschaulichkeit Ometepes schon ein kleiner Kulturschock – aber zu verkraften. Am leichtesten gelingt dies mit einer guten Tasse Kaffee und einer Zitronentarte in dem Cafe unter den Kolonaden des Stadtpalais mit Blick auf die Pferdekutschen, den Stadtpark und die dahinterliegende grosse Kathedrale.

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Wir besuchen die Kathedrale. Auffaellig die riesigen Deckengemaelde (eines zeigt die Arche Noah). Uns fuehrt der Weg eine breite, baumbestandene und mit Restaurants und bunten einstoeckigen Haeusern gesaeumte Strasse hinunter zur Uferpromade. Wir sind immer noch am Nicaragua See, auch wenn wir uns 68 Kilometer vom Faehrhafen San Jorge entfernt am noerdlichen Ende des ueber 8000 km2 groessen Sees befinden.

Das ist keine Reiterstatue ohne Reiter, sondern ein lebendes Pferd, das unbeirrt vom Verkehr auf dem Mittelstreifen Gras frisst.

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Nahe des Uefers sehen und hoeren wir eine mitreissende private Samba-Tanzeinlage von ca. 10 jungen Leuten auf dem Buergersteig, begleitet von grossen Trommeln.

Nicht weit davon ist ein ganzes Huettendorf voll von Feuerwerkskoerpern fuer die Bevoelkerung aufgebaut. Hier werden schon fleissig Raketen etc. eingekauft. Die BOMBERO GRANADA – Feuerwehr von Granada steht schon bereit, falls das Dorf schon vor dem 31.12. in die Luft fliegen sollte.

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Vor der Kathedrale findet am Abend eine Weihnachtsshow statt mit einem Bläser- und Trommel-Orchester; die Musiker haben rote T-Shirts an und Weihnachtsmützen auf und spielen fetzige Samba-Rhythmen. Für unser einen mutet das etwas surreal an, aber wir haben uns auch amüsiert. Alles hat sie eine große Lässigkeit – so scheint es zumindest.

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Ometepe, 4. Tag, 21.12. Finca Venecia und Hannibal

Heute ziehen wir um; von der Ostküste an die Westküste Ometepes nach dem Frühstück fahren wir zuerst einmal nach Altagracia um dort zu tanken und bei mir ist wieder ein Friseurbesuch fällig. Ein Friseur ist bald gefunden; in einer kleinen Nebenstraße entdecken wir das eindrucksvolle Gebäude mit dem noch eindrucksvolleren, grafisch gelungenen Schild.

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20181221_090603.jpg Diesmal ein sehr junger Friseur, der mich aber genauso gekonnt wie die bisherigen rasiert.

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Danach trinken wir noch im Stadtpark in dem Cafe, dass wir schon kennen einen Kaffee und ich genieße zwei Karpfen dazu. Im Stadtpark entdecken wir auch diese Eisdiele. 20181221_093825.jpg

Wir kaufen noch ein kleines Fläschchen 5jährigen Rum ein und fahren dann weiter nach San José del Sur auf der anderen Seite der Insel, ganz in der Nähe von Charco Verde der Lagune. Ziel ist das Hotel Finca Venecia. Im Reiseführer haben wir nur Gutes darüber gelesen. Der gut englisch sprechende Rezeptionist Hannibal, der aus Altagracia stammt, empfängt uns freundlich und zeigt uns die Anlage. Es sind bestimmt 20 doppelstöckige Häuser in einer wunderschönen, direkt am See gelegenen Hotelanlage mit Swimmingpool. Hannibal erzählt uns dass er heute seit sieben Monaten zum ersten Mal wieder in der Arbeit ist. 7 Monate dauerte seine Zwangspause wegen der politischen Situation. Das war für ihn und seine Familie eine schwierige Zeit. Wir sind die einzigen Gäste in dieser großen Anlage, aber offensichtlich besteht Hoffnung, dass wieder mehr Gäste kommen, sonst hätte Hannibal wohl heute nicht zu Arbeiten angefangen

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Unser Bungalow direkt am Strand

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Swimmingpool mit Concepcion

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Am frühen Nachmittag, nachdem wir ausgiebig gebadet hatten, machten wir einen Spaziergang in das Dörfchen San Jose del Sur. Auf dem Weg dorthin begegneten wir diesen Ochsengespann.

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„Die guten ins Töpfchen…“ ebenfalls an der Straße sahen wir diese Familie, die alle zusammen Bohnen aussortierten für das Nationalgericht Gallo Pinto.

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Im Restaurant „Spicy Mango“, in dem wir eine Kleinigkeit aßen (keine spicy Mango) machte uns dieser Weihnachtsbaum unmissverständlich darauf aufmerksam, dass Weihnachten vor der Tür steht. Ausnahmsweise ist dies aber ein echter Baum und keiner aus Plastik.

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Im Reiseführer steht geschrieben, dass hier der Sonnenuntergang ganz besonders schön sein. Vieles aus dem Reiseführer, der aus dem Jahr 2017 stammt, also sehr aktuell ist, stimmt nicht mehr – aber der Sonnenuntergang der stimmt!

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Ometepe, 3. Tag, 20.12. Petroglyphen, Schweine & Spaghetti

Gestern habe ich beim Schwimmen etwas Wasser in die Ohren bekommen was den Vorteil hat, dass ich den Hahn heute früh fast nicht gehört habe. Trotzdem sind wir um 6 Uhr aufgestanden, haben um 6:45 Uhr gefrühstückt und danach sind wir zum nahegelegenen Sentero Pena Incunta, dass ist ein mit Lavagestein angelegter Pfad durch den Urwald, gegangen.

Es ist eine besondere Stimmung so früh am Morgen im Urwald – die Geräusche des Waldes, das Vogelgezwitscher. Tiere haben wir wenig gesehen: zwei Affen in den Bäumen, einige Urracas (beim Frühstück sind die richtig frech geworden; einer von ihnen flog im Sturzflug über meinen Teller) und viele Schmetterlinge.

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In dieser Pulperia decken wir uns mit Obst und einigen „Ausgezogenen“ (wie Krapfen ohne Füllung) ein.

Danach sind wir 3 Kilometer an Santa Cruz und dem Isthmos (die schmälste Stelle der Insel) vorbei zum kleineren Teil der Insel Maderas, mit dem dominierenden gleichnamigen Vulkan, gefahren. Hier geht es von der Straße ein Stückchen den Hang hinauf zu einer schönen Hotelanlage.

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Auf der Insel gibt es eine Vielzahl von Petroglyphen, das sind Felsritzungen aus einer Zeit zwischen 800 bis 1000 nach Christus. Hier gibt es einige besonders schöne Exemplare. Das erste unter einem überdachten Unterstand zeigt das Porträt eines Menschen mit entweder abstehenden Ohren oder Ohrschmuck.  Es sieht so aus als hätte der Porträtierte eine Igel-Friseur und Vollbart. Neben figurativen Darstellungen gibt es auch ornamentative.

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Dieser Bursche mit seinen etwas unnatürlich abgewinkelten Armen hat etwas fast Comicartiges.

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Ländliche Idylle wie vor 100 Jahren. Das Schwein, sein Herrchen (er begrüßte uns mit einem freundlichen Hola) dahinter in der Hängematte, daneben ein großer Backofen.

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Der Schweinenachwuchs

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Eine kleine romantische Bucht mit einem alten Kahn beim Dörfchen Balgüe.

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Hier kaufen wir drei Bananen und Orangensaft in einer Plastiktüte abgefüllt – für 16 Cordobas – 50 Cent

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Mittagessen in einem kleinen Strand-Restaurant in Santa Cruz mit Blick auf den See. Es gibt Spaghetti Aglio & Olio mit Basilikum und gebratener Fisch -beides schmeckt so köstlich wie es aussieht.

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Auf der Strasse in Santo Domingo traben uns – von einem Cowboy dirigiert – ein Dutzend Pferde entgegen.

Was in Nicaragua sehr angenehm und im Vergleich zu vielen anderen (Reise-)Ländern eher ungewöhnlich ist, ist das man fast nicht angesprochen, zu irgendwelchen Geschäften überredet oder von fliegenden Händlern am Strand belästigt wird. Es gibt kein „Where are you from?“ und/oder „Come to my shop“.

Immer eine sehr freundliche Begrüßung, ein kleiner Plausch und fühlt sich zu überhaupt nichts genötigt.